Drohnenaufnahme des zentralen Innenhofs des ehemaligen Bahnbetriebswerks in Heidelberg. Zu sehen sind sanierte Backsteinfassaden sowie neu angelegte, hell betonierte Bodenflächen und ein kleiner begrünter Bereich.

Ehemaliges Bahnbetriebswerk wird zum neuen Quartier

Leichtbeton und Recyclingbeton schreiben die Baugeschichte fort

Im ehemaligen Bahnbetriebswerk in Heidelberg entsteht ein neuer Ort für Kultur, Kunst und Arbeit. Das denkmalgeschützte Ensemble wird von AAg Architekten saniert und mit Recyclingbeton sowie wärmedämmendem Leichtbeton erweitert. Das Projekt hat Potenzial, als erstes denkmal-geschütztes Bauvorhaben mit DGNB-Gold ausgezeichnet zu werden.

Prägend für das historische Erscheinungsbild sind Backsteinbauten und Sichtbeton. Die Sanierung und Erweiterung greifen diese Materialität bewusst auf. Zwei der bisherigen eingeschossigen Bestandsbauten wurden aufgestockt, und bis 2028 entstehen fünf neue Gebäudezeilen auf den Flächen der früheren Einstellhallen. Dabei stand eine materialgerechte Fortführung der Baugeschichte im Mittelpunkt.

Alle Außenwände der Bestandsgebäude und Neubauten wurden in monolithischem Leichtbeton mit 60 cm Wandstärke in der Festigkeitsklasse LC12/13 ausgeführt. Sie bestehen einheitlich aus werksgemischtem Transport‑Leichtbeton der Rohdichteklasse 1,0 und einem evoBuild Zement CEM III/B 42,5 N‑LH/SR. Die Wärmeleitfähigkeit wird durch die Beimischung von Blähton erreicht. Ergänzend wurden Materialien wie Backsteine, Terrazzo‑Waschbecken und vor Ort geschreddertes Abbruchmaterial wiederverwendet.

Für Decken und Innenwände kam CO₂‑reduzierter evoBuild Recyclingbeton zum Einsatz - von C8/10 bis C25/30, jeweils mit rezyklierter Gesteinskörnung der Rohdichteklasse 2,3. Alle Betonoberflächen wurden in Sichtbetonklasse SB 2 ausgeführt, bewusst handwerklich und nicht perfektioniert, um den Charakter des historischen Bestands weiterzuführen.

Unser Beitrag zu diesem Projekt:

  • ca. 300 m3 Leichtbeton LC 12/15 CX4, XF1, Rohdichte 1,00; ca. 800 m3 Beton mit 35 % RC, C 25/30 XC4, XF1, XA1
  • evoBuild CEM II B-S 42,5 N (CO2-reduzierter Zement), GWP ≤ 500 kg CO2-Äq./Tonne Zement, CCC-Klasse D
  • evoBuild CEM III/B 42,5 N-LH/SR (CO2-reduzierter Zement), GWP ≤ 300 kg CO2-Äq./Tonne Zement, CCC-Klasse B

Objektdaten

  • Betriebswerk GmbH & Co. KG

    Bauherr

  • AAg Architekten GmbH, Heidelberg

    Architekt

  • Gebr. Stephan GmbH & Co. KG, Ludwigshafen

    Bauunternehmen

  • Leichtbeton, evoBuild® Zemente

    Material

  • 2025

    Fertigstellung

Standort

Am Bahnbetriebswerk 5
69115 Heidelberg (Deutschland)
Drohnenaufnahme des zentralen Innenhofs des ehemaligen Bahnbetriebswerks in Heidelberg. Zu sehen sind sanierte Backsteinfassaden sowie neu angelegte, hell betonierte Bodenflächen und ein kleiner begrünter Bereich.

Betriebswerk Heidelberg. Der zentrale Innenhof des ehemaligen Bahnbetriebswerks in Heidelberg: Die sanierten Bestandsgebäude und neuen Freiflächen zeigen das Zusammenspiel aus historischer Bausubstanz und moderner Leicht- und Recyclingbetonarchitektur.

Innenraum mit Backsteinmauer und Sichtbeton; natürlichem Licht fällt durch ein Glasdach. Ein gewölbter Backsteindurchgang führt zu großen Glastüren, die nach draußen führen.

Betriebswerk Heidelberg. Sanierter Foyerbereich des ehemaligen Bahnbetriebswerks Heidelberg mit freiliegendem Backstein- und Sichtbeton, der den Charakter des historischen Gebäudes bewahrt.

Lange Halle mit glasgedecktem Dach, freiliegendem Backsteinmauerwerk und Sichtbetonflächen. Tageslicht fällt durch große Glasflächen auf den glatten Boden. Links und rechts befinden sich Fenster- und Türöffnungen; im Hintergrund stehen Tische und Stühle. Ein dunkles Stahlgestellt steht im vorderen Bereich der Halle.

Betriebswerk Heidelberg. Foyer des ehemaligen Bahnbetriebswerks Heidelberg mit freiliegendem Ziegelmauerwerk, Sichtbetonflächen und einer Dachkonstruktion aus Stahl, Holz und Glas.

Industriehalle mit rohen Backsteinwänden, eingerichtet als Veranstaltungsraum. Reihen heller Stühle füllen den Raum, ausgerichtet auf eine schwarze Tür im Hintergrund. Rechts verläuft eine Glaswand. Oben sind sichtbare Rohre und Beleuchtungselemente.

Betriebswerk Heidelberg. Historischer Veranstaltungssaal des ehemaligen Bahnbetriebswerks Heidelberg mit freiliegendem Backstein und modern integrierten Raumelementen.

Sanitärbereich mit einem schalen Flur in modernem Industriestil mit weiß gestrichenem Ziegelmauerwerk rechts und einer schwarzen, gefliesten Wand links. Auf der linken Seite steht ein Waschtisch aus Terazzo-Material. Große Fenster rechts lassen Tageslicht in den Raum. Die Decke besteht aus Sichtbeton mit sichtbaren Leitungen.

Betriebswerk Heidelberg. Flur des Sanitärbereichs im ehemaligen Bahnbetriebswerk Heidelberg mit sichtbarem Ziegelmauerwerk, schwarzer Fliesenwand und Terrazzo-Waschbecken.

Besprechungsraum mit Sichtbetonwänden und einer schwarzen, lamellenartigen Decke mit linearen Leuchten. In der Raummitte steht ein langer Tisch mit schwarzen Stühlen. Rechts befinden sich zwei große Fenster, die Tageslicht in den Raum lassen.

Betriebswerk Heidelberg. Moderner Besprechungsraum im Betriebswerk Heidelberg mit Sichtbetonwänden, großformatigen Fenstern und einer abgehängten Decke mit linearen Leuchten.