Artenvielfalt & Biodiversität bei Heidelberg Materials
Nature Positive – wir geben der Natur Raum
Der Abbau von Rohstoffen bedeutet einen Eingriff in die Natur und die Landschaft. Deshalb gehen wir bei der Gewinnung sehr gewissenhaft vor und berücksichtigen zu jedem Zeitpunkt die existierende Artenvielfalt in den Abbaustätten. Mit unserem branchenweit führenden Biodiversitätsprogramm und mit nachhaltigem Wassermanagement tragen wir auf zweierlei Weise zu einer naturpositiven Welt bei:
Indem wir die Vielfalt der Arten und Ökosysteme bewahren und damit die Biodiversität fördern.
Indem wir mithilfe eines erprobten Wassermanagements die Ressource Wasser schützen.
Biodiversität - eine Chance für die Natur
Die Natur bringt eine erstaunliche Vielfalt an Genen, Arten und Ökosystemen hervor. Diese Biodiversität gefährdet der Mensch durch sein Wirken. Laut EU sind von den rund acht Millionen Tier- und Pflanzenarten weltweit eine Million vom Aussterben bedroht. Angesichts des kritischen Verlusts von Biodiversität sind gegensteuernde Maßnahmen nötig. Die EU hat im Februar 2024 die Verordnung über die Wiederherstellung der Natur verabschiedet. Was die EU in ihrem Regelwerk vorschreibt, hat bei uns längst Tradition.
Wir engagieren uns seit vielen Jahren für den Schutz und Erhalt der heimischen Tier- und Pflanzenwelt. Um einen signifikanten Beitrag zur biologischen Vielfalt in unseren Abbaustätten zu leisten, arbeiten wir daher eng mit Naturschutzorganisationen, lokalen Behörden und Standortgemeinden zusammen.
Heidelberg Materials
Unsere Biodiversitätsstrategie
Seit jeher betreiben wir ein professionelles Biodiversitätsmanagement in unseren Abbaustätten (Steinbrüche, Kies- und Sandgruben), denn sie sind für den Schutz von Lebensräumen und Arten besonders wertvoll. Unsere Sichtweise und Maßnahmen folgen einem ganzheitlichen Ansatz und dienen dem Schutz der Natur – sowohl vor Beginn, während als auch nach Abschluss der Abbauphase.
Dies tun wir durch ein gezieltes Monitoring von Lebensräumen. Das heißt, wir erfassen in diesen Zeiträumen systematisch ökologische Veränderungen mittels Monitoring - etwa die Veränderung von Waldstrukturen oder die Ausbreitung von invasiven, nicht einheimischen Arten. Auf Basis dieser Erkenntnisse können wir reagieren und zielgerichtet Lebensräume für geschützte und gefährdete Pflanzen- und Tierarten schaffen bzw. erhalten.
Klare Ziele und Pläne
Damit Naturschutz und Biodiversität mehr sind als Schlagworte, haben wir konkrete und klare Ziele und Maßnahmen definiert. Dabei orientieren wir uns an den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung und dem Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework, das im Jahr 2022 auf der COP15 der UN-Konvention über biologische Vielfalt verabschiedet wurde.
Zum Erreichen unserer Ziele nutzen wir folgende Instrumente:
Den Biodiversitätsmanagementplan (BMP): Alle Abbaustätten von Heidelberg Materials sind ins Biodiversitätsmanagement einbezogen und haben Biodiversitätsmanagementpläne mit messbaren Zielen. Der BMP ist in erster Linie ein Risikomanagementinstrument, das Maßnahmen umfasst, die ergriffen werden müssen, um sicherzustellen, dass unsere Abbautätigkeit die biologische Vielfalt nicht negativ beeinflusst und nach Möglichkeit verbessert. Das BMP-Dokument zeigt Arten und Habitate in der Abbaustätte auf, die schützenswert sind, und durch bestimmte Maßnahmen erhalten und gefördert werden können. Dies sind zum einem gesetzlich vorgegebene Maßnahmen durch Genehmigungsauflagen und zum anderen durch freiwillige und zusätzliche Maßnahmen".
„Space for nature“- Konzept als Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie 2030: Im Rahmen unserer Nachhaltigkeitsstrategie 2030 verfolgen wir im Bereich Nature Positive das Ziel, naturpositives Handeln konsequent in unseren betrieblichen Abläufen zu verankern. Ein zentraler Fokus liegt dabei auf dem Schutz und der Förderung der Biodiversität an unseren Standorten.
Den Netto-Biodiversitätsgewinn: Bis zum Jahr 2030 möchten wir einen Netto-Biodiversitätsgewinn (Net Impact Assessment, NIA) erzielen und auf diese Weise aktiv zu den globalen Zielen beitragen. Da sich Biodiversität anhand von Kennzahlen ausdrücken lässt, ist es möglich, den Biodiversitätszustand einer Abbaufläche zu messen. Folglich können die Zustände eines Standorts vor und nach dem Abbau miteinander verglichen werden. So wird transparent, wie sich unsere Tätigkeiten auf Flora und Fauna am Standort auswirken.
Um dies zu erreichen, haben wir für den Bereich Biodiversität klare Ziele definiert:
100 % unserer aktiven Abbaustätten verfügen über einen Rekultivierungsplan, der die Wiederherstellung und ökologische Aufwertung der Flächen nach Abschluss der Abbauaktivitäten sicherstellt.
100 % der aktiven Abbaustätten, die sich in unmittelbarer Nähe zu Schutzgebieten wie NSG oder Natura 2000 befinden, verfügen über einen Biodiversitätsmanagementplan (BMP). Diese Pläne helfen dabei, negative Auswirkungen auf sensible Ökosysteme zu vermeiden und gezielte Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt umzusetzen.
Darüber hinaus haben wir uns verpflichtet, mindestens 15 % der genehmigten Fläche jeder aktiven Abbaustätte als „Space for Nature“ zu sichern – also als Lebensraum für die Natur zu reservieren. Diese Verpflichtung gilt ausschließlich für aktive Standorte und schließt ruhende oder stillgelegte Abbaustätten aus.
Die Lebensdauer eines Steinbruchs kann zwischen 15 und über 100 Jahren liegen. Dennoch zeigt die Erfahrung, dass sich die Natur bereits innerhalb von ein bis zwei Jahren erfolgreich ansiedeln kann. Die nährstoffarmen Bedingungen und die geringe Störung durch menschliche Aktivitäten schaffen ideale Voraussetzungen für die Entwicklung einzigartiger Lebensräume. Um sicherzustellen, dass diese ökologisch wertvollen Flächen erhalten bleiben und keine Beeinträchtigung angrenzender Biodiversitäts-Hotspots erfolgt, implementieren wir weltweit Biodiversitätsmanagement- und Aktionspläne an unseren Standorten.
Der Quarry Life Award
Gemeinsam mit Stakeholdern und lokalen Interessenvertretern engagieren wir uns im Rahmen verschiedener Projekte für mehr Biodiversität. Ein Leuchtturmprojekt ist der im Jahr 2011 ins Leben gerufene internationale Wettbewerb „Quarry Life Award“. Dabei sind Forschende, Studierende, Standortgemeinden, NGOs und Naturliebhaber aus aller Welt aufgerufen, ihre Ideen für ein nachhaltiges Management von Abbaustätten einzureichen.
Die bisherigen Ergebnisse sprechen für sich:
Rund 1.100 Teilnehmende
Mehr als 100 untersuchte Abbaustätten
Über 450 innovative Projektideen
Auf Grundlage dieser Erkenntnisse entwickelt Heidelberg Materials Best Practices für das Management von Abbaustätten. Mit dem daraus gewonnenen Know-how leisten wir einen aktiven Beitrag zur Förderung der Biodiversität – insbesondere im Kontext der EU-Renaturierungsagenda.
Mit unseren Aktivitäten verfolgen wir ein doppeltes Ziel: Zum einen wollen wir den Naturschutz stärken und die Biodiversität in all ihren Facetten – insbesondere die Artenvielfalt – gezielt fördern. Zum anderen möchten wir durch mediale Kommunikation das öffentliche Bewusstsein für die Bedeutung biologischer Vielfalt nachhaltig schärfen.
Wasser ist unser Lebenselixier und zugleich eine unentbehrliche Ressource für Industrie und Landwirtschaft. Tatsächlich sind nur drei Prozent der weltweiten Wasservorkommen Süßwasser. Davon wiederum ist ein Großteil in Eis, Schnee und Permafrostböden gebunden und somit nicht nutzbar.
In Deutschland werden im Schnitt zehn Prozent des Gesamt-Wasserdargebots von öffentlichen Wasserversorgern, Industrie, Bergbau, Energieversorgern sowie der Landwirtschaft entnommen. Auch Heidelberg Materials nutzt Wasser: unter anderem zum Waschen von Sand und Kies, zum Kühlen von Maschinen und Produktionsprozessen sowie zum Mischen von Beton.
Unsere Wasserstrategie
Der Klimawandel führt uns die Endlichkeit der Wasservorräte schmerzhaft vor Augen. Für Heidelberg Materials hat der verantwortungsvolle Umgang mit Wasser seit jeher einen hohen Stellenwert und damit ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsverpflichtungen 2030. Nicht zuletzt, weil Wasserschutz zugleich Umweltschutz bedeutet. Und weil wir uns verpflichtet haben, gerade auch unter ökonomischem Gesichtspunkt, möglichst nachhaltig zu wirtschaften. Schließlich sichert uns der Erhalt der Ressource Wasser einen angemessenen Preis, vermeidet Versorgungsunterbrechungen und somit Preisschwankungen.
Unser Versprechen
Im Umgang mit Wasser richten wir uns nach den UN-Nachhaltigkeitszielen (SDGs) und dem Versprechen des World Business Council for Sustainable Development (WBCSD). Sie sehen den Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen als ein Menschenrecht. Die Basis hierfür sind eine sichere Wasserversorgung, das Vorhandensein von sanitären Einrichtungen und Hygiene am Arbeitsplatz (WASH Pledge).
Entsprechend möchten wir unternehmensübergreifend ein professionelles Wassermanagement etablieren, mit dem Ziel, den Wasserverbrauch zu minimieren und zugleich die Umweltauswirkungen unserer Einleitungen so gering wie möglich zu halten. Deshalb hat sich Heidelberg Materials verpflichtet, bis 2030 an allen Standorten in Wasserrisikogebieten einen Wassermanagementplan sowie Wasserkreislaufsysteme zu implementieren.
Vorreiter Deutschland
Deutschland ist schon einen Schritt weiter. Hierzulande haben nicht nur alle Werke, die sich in Wasserrisikogebieten befinden, einen Wassermanagementplan, sondern auch alle Produktionsstandorte von Zement, Mineralik und Transportbeton.
Wie der Wassermanagementplan umgesetzt wird, zeigt beispielhaft das Sand- und Kieswerk in Zwickau. Dort fangen zwei Wasserspeicherbecken mit einem Puffer von jeweils 300.000 Kubikmeter das Regenwasser auf, das im Anschluss für die Sand- und Kieswäsche eingesetzt wird. Dieses Waschwasser wird mithilfe eines Krählwerks und einer Zentrifuge wieder aufbereitet. So steht das gefilterte Wasser wieder für den nächsten Waschzyklus bereit.
Heidelberg Materials
Tina Gölzer
Projektleiterin Umweltmanagement und Nachhaltigkeit