GeZero: Umsetzung des CO₂-Abscheideprojekts pausiert – Standort Geseke bleibt von großer Bedeutung
Heidelberg Materials hat entschieden, das Projekt GeZero am Standort Geseke in der derzeitigen Form zu pausieren und die Ausgestaltung des Vorhabens weiter zu optimieren. Trotz aller bisherigen Anstrengungen kann die Umsetzung des Projekts nicht wie geplant erfolgen, da die aktuellen Rahmenbedingungen noch nicht ausreichen, um einen tragfähigen Business Case zu gewährleisten. Insbesondere sind die relevanten Wertschöpfungsketten noch nicht ausgereift genug, um sicherzustellen, dass Lösungen für die CO2-Transport- und Speicherinfrastruktur rechtzeitig und mit einem für uns als CO2-Produzenten akzeptablen wirtschaftlichen Risiko zur Verfügung stehen.
Die Entscheidung betrifft ausschließlich das CO2-Abscheideprojekt GeZero. Für den laufenden Betrieb des Werks Geseke ergeben sich daraus keine unmittelbaren Auswirkungen.
Christoph Streicher, General Manager Deutschland: „Der Standort Geseke bleibt für Heidelberg Materials von großer Bedeutung. Die aktuelle Pause ist ein nach sorgfältiger Abwägung getroffener Entschluss, um die nächsten Schritte für das Projekt GeZero unter den richtigen wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen langfristig erfolgreich zu planen.“
Als globaler Innovationsführer betreibt Heidelberg Materials seit Juni 2025 in Brevik, Norwegen, erfolgreich die weltweit erste Anlage zur Abscheidung und Speicherung von CO2 (Carbon Capture and Storage, CCS) im industriellen Maßstab in der Zementindustrie. Zudem fiel im September 2025 die finale Investitionsentscheidung für das Projekt Padeswood CCS in Großbritannien, mit dem wir den nächsten Entwicklungssprung realisieren. Der Bau der Anlage hat im Dezember 2025 begonnen. Diese beiden Projekte sowie die Tatsache, dass wir unser Projekt GeZero in Deutschland so weit vorangetrieben haben, machen uns zum globalen Marktführer für CCUS in der Zementindustrie. Damit leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur Emissionsminderung und unterstreichen unseren Willen, auch in unserem Heimatmarkt ein CCS-Leuchtturmprojekt zu realisieren.
Heidelberg Materials entwickelt derzeit mehrere CCUS-Projekte in Europa und Nordamerika, die jeweils individuelle Anforderungen haben. Wir werden zunächst diejenigen Projekte umsetzen, für die die notwendigen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Business Case gegeben sind. Nur so entstehen in Deutschland international wettbewerbsfähige Strukturen.
CCUS-Projekte sind von einer CO2-Infrastruktur abhängig, bei der mehrere Marktakteure im Transport und in der Speicherung beteiligt sind. Hier braucht es einen staatlich unterstützten Mechanismus zur Risikominderung für Vorreiter. Darüber hinaus kann die CO2-Speicherung an Land (Onshore) einen wichtigen Beitrag zur Kostensenkung und zur Steigerung der Rentabilität von Projekten leisten, insbesondere an Standorten in Binnenlage.
Bildunterschriften
Bild 1: Der Standort Geseke bleibt für Heidelberg Materials von großer Bedeutung. © Heidelberg Materials AG, Steffen Höft