Der Straßen- und Verkehrswegebau umfasst alle Tätigkeiten rund um den Bau und Erhalt von Straßen, Wegen und damit verbundenen Verkehrsflächen wie Park- und Rastplätze, Kreisverkehre sowie Busverkehrsflächen. 

Wesentliche Teilbereiche sind die Herstellung der ungebundenen Oberbauschichten, bestehend aus Fahrbahndecke und Unterbau, sowie Pflasterarbeiten, aber auch der Bau des zugehörigen Fahrbahnumfeldes wie  Entwässerungsanlagen und Böschungsbefestigungen. 

Wir geben Ihnen einen Überblick über die unterschiedlichen Anwendungsgebiete im Bereich des Verkehrswegebaus und die entsprechenden Produkte und Leistungen. Neben unseren Produkten unterstützen wir Sie mit unserer Fachkompetenz bei der Qualitätssicherung für Bauvorhaben, der Auswahl geeigneter Baustoffe und Bauweisen sowie deren Entwicklung und Einführung. 

Baustoffe für Fahrbahndecken

Die Fahrbahndecke ist der obere Teil des Straßenoberbaus. Sie spielt eine wortwörtlich tragende Rolle. Daher sind die Qualitätsanforderungen an Roh- und Baustoffe besonders hoch. Je nach Straßentyp, Verkehrsbelastung und Beanspruchung werden Fahrbahndecken und sonstige Verkehrsflächen aus Beton oder Asphalt gefertigt.

Asphalt als Baustoff für Straßen aller Art

Asphalt gilt als gängiges Baumaterial für den Bau von Autobahnen, Stadt- und Landstraßen. Er hat den Vorteil, dass er sich schnell einbauen lässt und Asphaltflächen vergleichsweise einfach zu reparieren sind. Die glatte Oberfläche bietet zudem hohen Fahrkomfort. 

Zur Herstellung des Baustoffs bietet Heidelberg Materials Hartgesteinssplitte, Kiessplitte sowie RC-Splitte auf der Basis von Gleisschotter an.

Beton als Baustoff für höher belastete Fahrbahnen und Flächen

Für belastete Fahrflächen wie stark frequentierte Autobahnabschnitte, Straßen in Industrie- und Hafengebieten, Kreuzungen, Kreisverkehre, Park-, Rast- und Bushalteplätze ist Beton der Baustoff der Wahl. Sein großer Vorteil: Er bringt Stabilität. 

Dies zeigt sich unter anderem in Hitzeperioden. Der Beton verhindert ein Aufweichen der Fahrbahndecke und die Bildung von Spurrinnen. Als Baustoff steht er deshalb für Langlebigkeit und Nachhaltigkeit.    

Zemente für Fahrbahnen und Flächen aller Art

Welcher Zementtyp bei der Betonherstellung zum Zuge kommt, hängt von den Anforderungen ab. Ist eine besondere Festigkeit gewünscht? Wird auf Dauerhaftigkeit und Nachhaltigkeit Wert gelegt? Ist eine besondere AKR-Beständigkeit nötig? 

Heidelberg Materials stellt ein breites Zementportfolio für verschiedenste Anwendungen bereit: Portlandkalksteinzement, wenn dauerhafte Fahrbahnen gewünscht sind; hochfeste Zemente für stark belastete Verkehrsflächen; Hüttensandzemente für hoch beanspruchte Straßen; LH-Zement für Lkw-intensive Strecken und Autobahndecken; SR-Zemente für Fahrbahnen mit sulfathaltigem Untergrund sowie eine Reihe von CO2-reduzierten Zementen für Projekte, die auf nachhaltigeres Bauen setzen.

Entdecken Sie unsere Zemente für den Verkehrswegebau.

Fahrbahnsanierungen und -instandsetzung

Das Sanieren und Instandsetzen vielbefahrener Autobahnen, Straßen und sonstiger hoch belasteter Verkehrsflächen ist besonders zeitkritisch. Damit diese Strecken und Flächen schnell wieder befahrbar sind, braucht es Baustoffe, die schnell aushärten und dennoch eine hohe Endfestigkeit ermöglichen. 

Hierfür hat Heidelberg Materials den frühhochfesten Spezialbeton ChronoCrete® entwickelt. ChronoCrete erreicht schon nach wenigen Stunden eine hohe Frühfestigkeit, was ihn zum idealen Baustoff für alle Reparaturen von Fahrbahnen und Flächen aus Beton macht, die schnell wieder für den Verkehr freigegeben werden müssen. 

ChronoCem® IR ist die Kernkomponente von ChronoCrete. Der Spezialzement wird eingesetzt, wenn sanierungsbedürftige Fahrbahnen und Verkehrsflächen schnell wieder zur Verfügung stehen müssen. Dies sind neben Autobahnen, Bundesstraßen und Hauptverkehrsachsen in Innenstädten auch hochfrequentierte Straßen in Gewerbe- und Hafengebieten, die hohe Achslasten tragen müssen. 

Oberflächlich geschädigte oder unterdimensionierte Fahrbahndecken aus Asphalt und Beton

Ideal für die Instandsetzung von Fahrbahndecken, die nur oberflächlich geschädigt oder unterdimensioniert sind, ist die Whitetopping-Bauweise. Dabei wird die schadhafte Oberfläche abgefräst und durch einen schwindarmen, fasermodifizierten Hochleistungsbeton ersetzt. 

Mit der Methode lassen sich hochbelastete Fahrbahnen und Verkehrsflächen schnell und nachhaltig überbauen. Typische Einsatzgebiete sind neben Autobahnen und Bundesstraßen, Ampel- und Kreuzungsbereiche, Logistik-, Abstell- und Parkflächen, Busverkehrs-, Flugbetriebs- und Industrieflächen, Gleis- und Hafenanlagen sowie Containerterminals. 

Körnungen für den Unterbau von Fahrbahnen

Je stabiler der Unterbau, desto länger die Lebensdauer der Straße. Der Unterbau hat die Aufgabe, Lasten gleichmäßig in den Boden zu verteilen und Verformungen durch das Umlagern von Körnungen zu vermeiden. Zugleich sollte er das Wasser gut ableiten, um Frostschäden zu verhindern. 

Wie der Unterbau im Detail zu gestalten ist, hängt von der Fahrbahnbelastung ab. Bei vielbefahrenen und hochbelasteten Autobahnen und Fahrbahnen wird eine hydraulisch gebundene Tragschicht (HGT) mit darunterliegender Frostschutzschicht (FSS) eingebaut. Bei weniger belasteten Straßen, Flächen und Wegen ist statt der HGT eher eine Schottertragschicht üblich.  

Entdecken Sie unsere Gesteinskörnungen für den Straßen- und Verkehrswegebau.

Hydraulisch gebundene Tragschicht (HGT)

Die HGT besteht aus Wasser, Zement als hydraulischem Bindemittel, und einem Gemisch aus Gesteinskörnungen, das nach dem Einbau aushärtet und eine feste, tragfähige Schicht bildet. Folgende Eigenschaften sind für die HGT charakteristisch: eine hohe Verdichtbarkeit, eine gute Tragfähigkeit und eine ausgeprägte Dauerhaftigkeit. 

Um dies sicherzustellen, ist die mineralische Zusammensetzung der Gesteinskörnung entscheidend, vor allem aber die Korngrößenverteilung, die sogenannte Sieblinie. Heidelberg Materials hat für alle Anforderungen die jeweils passenden Körnungsmischungen.

Schottertragschicht (STS)

Im Gegensatz zur HGT, bei der die Körnungen durch den Zementstein fest miteinander verbunden sind, werden sie bei der STS lediglich mechanisch zusammengehalten. Eine STS dient als tragende Schicht für alle befestigten Flächen wie Straßen, Wege oder Bahntrassen. Unsere STS-Körnungen gewährleisten eine hohe Tragfähigkeit und Stabilität sowie eine gute Verdichtbarkeit und Wasserdurchlässigkeit.

Frostschutzschicht (FSS)

Während die STS in erster Linie Lasten verteilt und die Tragfähigkeit sicherstellt, sorgt die darunter liegende Frostschutzschicht (FSS) primär für einen ungehinderten Wasserabfluss. Die FSS enthält im Gegensatz zur STS, die vorwiegend aus gröberem gebrochenem und kantigem Korn besteht, mehr Fein- und Rundkornanteile. 

Die FSS-Gemische von Heidelberg Materials zeichnen sich aus durch eine 

  • hohe Tragfähigkeit.
  • gute Verdichtbarkeit.
  • hohe Wasserdurchlässigkeit und damit Frostsicherheit. 

Füllsande zum Ausgleichen und Verfüllen

Mit ihrer feinen Körnung sind Füllsande ideal zum Verfüllen von Hohlräumen und Ausgleichen von Geländeunebenheiten sowie als Unterbau für nicht frostgefährdete Bereiche.

Ländliche und Wirtschaftswege

Ländliche und Wirtschaftswege dienen Traktoren, Land-, Forst- und Erntemaschinen als Zufahrt zur Erschließung land- und forstwirtschaftlicher Flächen sowie als Verbindungswege zwischen Feldern, Höfen oder Lagerplätzen. Sie werden jedoch auch als Rad- und Wanderwege genutzt.

Da die Belastung der Wege durch die steigende Achslast der Fahrzeuge im Laufe der Jahre immer weiter gestiegen ist, hat die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA e. V.) die Regeln für den ländlichen Wegebau im Jahr 2025 angepasst und dazu das Arbeitsblatt DWA-A 904 „Richtlinien für die Anlage und Dimensionierung ländlicher Wege (RLW) herausgeben.

Welche Anforderungen Zement, Beton und Unterbau erfüllen müssen, hängt letztlich von der Belastung der Wege ab. 

Verkehrsflächen

Kreisverkehre, Logistik- und Busverkehrsflächen sowie Flächen von Park- und Rastanlagen müssen höheren Belastungen standhalten als herkömmliche Fahrbahnoberflächen, weil zusätzlich zu den vertikal wirkenden Achslasten noch Brems- und Anfahrkräfte, etwa an Bushaltestellen, sowie verstärkte Dreh- und Scherkräfte, etwa beim Ein- und Ausbiegen in Kreisverkehre, auftreten. 

Mit Beton als Baustoff lassen sich drohende Fahrbahnverformungen vermeiden. Im Gegensatz zu Asphalt- und Pflasterflächen sind Betonflächen langlebiger, und der Reparaturaufwand ist geringer.

© Steffen Fuchs

Kreisverkehre

Verkehrsknotenpunkte werden immer häufiger als Kreisverkehre geplant oder umgestaltet. Für sie sprechen die höhere Verkehrssicherheit, die hohe Leistungsfähigkeit und die Dauerhaftigkeit. Durch die niedrigeren Geschwindigkeiten der Fahrzeuge und die bessere Übersichtlichkeit im Kreisverkehr gegenüber signalgesteuerten Kreuzungen verringert sich die Zahl der Verkehrsunfälle. Zusätzlich entfallen die Kosten für die Anschaffung und Wartung von Lichtzeichenanlagen.

Kreisverkehre unterliegen folgenden Beanspruchungen:

  • Hohe Schub- und Radialkräfte durch Fahren in engen Kurvenradien verbunden mit einer Achslasterhöhung
  • Spurgebundener Verkehr mit entsprechend großer Überfahrhäufigkeit
  • Starke Schubbeanspruchungen durch Brems- und Beschleunigungsvorgänge an den Ein- und Ausfahrten

Aufgrund der hohen Stand- und Abriebfestigkeit von Beton sowie seiner temperaturunabhängigen Tragwirkung ist Beton für diese Beanspruchungen der ideale Baustoff. Aus diesem Grund entscheiden sich immer mehr Bauherren und Planer einen modernen Kreisverkehr in der Betonbauweise auszuführen. 

Der Bau eines Kreisverkehrs bedarf einer sorgfältigen Planung. Ausgehend von örtlichen Gegebenheiten und planerischen Vorgaben ist der Aufbau und Querschnitt entsprechend zu dimensionieren. (Hinweis auf RStO) Aufgrund der besonderen Beanspruchungen fordert das M VaB Teil 1 für Kreisverkehre die nächst höhere RStO-Belastungsklasse.

Busverkehrsflächen

Bushaltestellen, Busspuren und Busbahnhöfe werden durch den sich auf engen Fahrspuren konzentrierenden Verkehr der Busse besonders beansprucht. Außerdem werden die Fahrbahnen durch die steigenden Achslasten und Reifenkontaktdrücke infolge kleinerer Reifenabmessungen insbesondere bei den Halte- und Beschleunigungsvorgängen, sowie durch den teilweise langsamen und stehenden Verkehr statisch und dynamisch stark belastet. Außerdem sind Bushaltestellen und Busbahnhöfe oft Verschmutzungen durch mineralische Öle, Schmier- und Treibstoffe von Bussen ausgesetzt.

Mit ChronoCrete, dem Schnellbeton, bieten wir die perfekte Lösung, wenn es schnell gehen muss.

Park- und Rastanlagen

Park- und Rastanlagen unterliegen besonderen Beanspruchungen wie beispielsweise:

  • Engen Kurvenfahrten
  • Häufigem Bremsen und Beschleunigen
  • Verschmutzungen durch Mineralische Öle, Schmier- und Treibstoffe

Aufgrund des teils stehenden Schwerverkehrs und der oben genannten besonderen Beanspruchungen sollten neben den Parkflächen auch die Zufahrten, Durchfahrten, Fahrgassen und Abfahrten in der Betonbauweise ausgeführt werden. Für die Dimensionierung der Betondecke von Rastanlagen werden in den RStO sowie zusätzlich im M VaB – Teil 1 wichtige Hinweise auf die entsprechenden Belastungsklassen bzw. der zu wählenden Deckendicken gegeben.

Bankettbeton - Stabiler Schutz für den Straßenrand

Bankette bilden bei den meisten außerörtlichen Straßen den seitlichen Abschluss der Fahrbahn und schließen somit direkt an den Rand- und Seitenstreifen an. Bei schmalen Straßen ist oft ein Begegnungsverkehr ohne Befahrung der Bankette nicht möglich. Sind diese unbefestigt oder schlecht ausgeführt, ist das Unfall- und Sicherheitsrisiko erhöht. 

Um dies zu minimieren, ist eine ausreichend stabile Bankette nötig. Dies betrifft vor allem schmale Ortsverbindungsstraßen, Kreis-, Land- und Bundesstraßen sowie Autobahnbaustellen mit schmalem Seitenstreifen. Auch land- und forstwirtschaftlich genutzte Wege können mithilfe von Heidelberger Bankettbeton nachhaltig befestigt werden. Gleiches gilt für die Befestigung von Damm- und Deichwegen. 

Betonleitwände

Betonleitwände bieten eine sehr hohe Durchbruchsicherheit und verhindern, dass Fahrzeuge bei Unfällen oder Gefahrensituationen von der Straße abkommen. Sie können aus Ortbeton oder aus Betonfertigteilen hergestellt werden. 

Zur zielsicheren Herstellung von robusten Schutzwänden mit hohem Frost- und Frost-Tausalz-Widerstand eignet sich besonders Aircrete, der Spezialbeton mit Mikrohohlkugeln.

Vorteile von Betonschutzwänden

  • Kontrolliertes Aufhalten und Umlenken anfahrender Fahrzeuge
  • Hohe Durchbruchsicherheit bei gleichzeitig minimalem Platzbedarf
  • Lange Lebens- und Nutzungsdauer
  • Geringer Wartungs- und Reparaturaufwand (z. B. keine Reparatur bei leichten Anprallereignissen)
  • Geringe Unterhaltungskosten
  • Bessere Erkennbarkeit bei Dunkelheit durch Reflektoren
  • Optimaler Blendschutz
© Steffen Fuchs

Mindestanforderung an den Beton*

Druckfestigkeitsklasse:C30/37
Expositionsklasse:XC4, XD3, XF4
Feuchtigkeitsklasse:WA (DafStb-Richtlinie "Alkaliereaktion im Beton")
Zementgehalt:mindestens 320kg/m³
w/z-Wert:< 0,45
Betonüberwachung:Überwachungsklasse 1

*nach ZTV-PS, TL-BSWF, DIN EN 206-1 / DIN 1045-2

Gehwege und Plätze

Pflastersteine und Terrassenplatten

Die Pflastersteine und Terrassenplatten unserer Tochter Lithonplus geben Wegen und Plätzen eine markante Gestalt. Damit lassen sich verschiedenste Architekturstile abbilden – von klassisch über rustikal und mediterran bis modern. 

Doch die Steine und Platten stehen nicht nur für Schönheit, sondern auch für Umweltfreundlichkeit. Sie eignen sich perfekt für die Gestaltung wasserdurchlässiger Flächen. Und die Steine der Lithon Blue-Reihe erfüllen allesamt die Kriterien für CO2-optimiertes und ressourcenschonendes Bauen.   

Gesteinskörnungen für Pflasterbettung und -fuge

Bettungsmaterialien erfüllen drei Funktionen: 

  1. Sie machen Pflasterflächen dauerhaft tragfähig. 
  2. Sie stellen die Ebenheit des Untergrunds sicher.
  3. Sie sind wasserdurchlässig und leiten das Regenwasser ab.

Je nach Pflastertyp und Belastung beträgt die Schichtdicke des Betts zwischen drei und fünf Zentimeter. Dabei kommt es auf die Homogenität der Körnungen an, denn grobe Einzelkörner führen zu Punktlasten und zur Kippung der Pflastersteine. Das Bettungsmaterial von Heidelberg Materials ist gekennzeichnet durch eine hohe Wasserunempfindlichkeit sowie mechanische Festigkeit und Stabilität.

Beim Fugenmaterial ist in der TL Pflaster-StB ein maximaler Feinanteil von weniger als neun Masseprozent (UF9) festgelegt. Unser Material erfüllt alle Anforderungen und gewährleistet eine perfekte seitliche Stabilisierung der Pflastersteine.